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Kultur und Bildung

28.11.2017 - Artikel

Stand: Oktober 2018

Kultur

Eine Herausforderung für das Flächenland Brasilien ist es, allen Bevölkerungsgruppen in allen Landesteilen Zugang zu Kulturangeboten zu ermöglichen und dadurch einen Beitrag zur Entwicklung aller Landesteile sowie zur sozialen Inklusion zu leisten. Um dies zu erreichen, wurden u.a. Maßnahmen wie eine umfangreiche Förderung von Kultur-Sponsoring durch Unternehmen eingeführt (Lei Rouanet). Auf lokaler Ebene wird zunehmend versucht, Kultur- und Sportzentren an sozial benachteiligten Orten zu schaffen. Die aktuell angespannte Wirtschaftslage Brasiliens setzt jedoch insbesondere auch die Kulturhaushalte unter starken Druck. Besondere Aufmerksamkeit erregte Mitte des Jahres 2018 der verheerende Brand im brasilianischen Nationalmuseum in Rio de Janeiro.

Gleichzeitig versucht Brasilien seine kulturelle Außendarstellung zu stärken und prüft die perspektivische Errichtung von Sprach- und Kulturinstituten im Ausland. Auf der Berlinale ist Brasilien, unterstützt durch die nationale Filmförderagentur Ancine, regelmäßig vertreten, so auch 2018 mit dem Film über das Amtsenthebungsverfahren Dilma Roussefs. Während der Fußball-WM 2014 präsentierte sich Brasilien der Welt an den 12 Austragungsorten und Fanfesten mit einem vielfältigen Kulturprogramm. Auch die Eröffnungs- und Abschlussfeiern der Olympischen und Paralympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro rückten Brasilien als Kulturnation, die insbesondere durch indigene, europäische und afrikanische Einflüsse geprägt wurde, in den Fokus der Weltöffentlichkeit.

Von internationalem Rang sind Film- und Theaterfestivals in São Paulo, Rio de Janeiro, Brasilia und Porto Alegre, die Buchbiennale in Rio sowie die Kunstbiennale in São Paulo. Auch die Architekturbiennale von São Paulo gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Bildung

Die Reform des Bildungswesens gehört zu den größten Herausforderungen der brasilianischen Politik. Das Thema spielt in den Medien ebenso wie in Wahlkämpfen eine immer größere Rolle.

Allerdings leidet das staatliche Erziehungswesen weiter unter geringer finanzieller Ausstattung, Lehrermangel und unzureichender Qualifikation vieler Lehrer. Trotz Erfolgen bei der Alphabetisierung beträgt der Anteil der funktionalen Analphabeten an der Gesamtbevölkerung noch immer etwa 20 Prozent. Ein starkes Qualitätsgefälle besteht zwischen öffentlichen und privaten Schulen. Die Probleme stellen sich verschärft in ländlichen Gebieten und in ärmeren Bundesstaaten. Fremdsprachenkenntnisse sind noch relativ wenig verbreitet.

Im Gegensatz zum öffentlichen Schulsystem konnte die Entwicklung des Hochschulbereichs deutlich verbessert werden. Brasilien verfügt heute über rund 2.400 Hochschulen (2.020 Fakultäten, 199 Universitäten, 189 Universitätszentren und 40 Bundesinstitute), an denen ca. 8,6 Mio. Studierende eingeschrieben sind. Davon entfallen mehr als die Hälfte der Immatrikulationen auf Universitäten, die wiederum nur 8% aller Hochschulen ausmachen. Die privaten Hochschulen haben mit 88% einen überaus großen Anteil am Hochschulsystem und zählen 3/4 aller Studenten. Als qualitativ besser gelten allerdings die kostenfreien Bundesuniversitäten und Technischen Fachschulen (IF). 42% der öffentlichen Hochschulen werden von den Bundesstaaten organisiert, 36,8% vom Bund und 21,2% von den Kommunen. Wachsender Beliebtheit erfreut sich in den letzten Jahren außerdem das Fernstudium. Insgesamt gibt es an den öffentlichen und privaten Hochschulen rd. 340.000 Dozenten, wobei fast ein Viertel davon allein im Bundesstaat São Paulo tätig ist.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden

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