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Staatsangehörigkeit

Staatsangehörigkeitsausweis

Staatsangehörigkeitsausweis, © Ute Grabowsky / photothek.net

01.12.2017 - Artikel

In diesem Abschnitt sind die wichtigsten Punkte der deutschen Gesetzgebung über die Staatsangehörigkeit zusammengefasst.

Mein Vorfahr war Deutscher – ich auch?

Die deutsche Gesetzgebung über die Staatsangehörigkeit ist komplex und hat in den letzten Jahren eine Menge von Veränderungen durchgemacht. Um herauszufinden ob Sie die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, füllen Sie folgenden Fragebogen aus und senden Sie ihn der für Sie zuständigen Auslandsvertretung:

Staatsangehörigkeitsausweis

Der Staatsangehörigkeitsausweis wird durch das Bundesverwaltungsamt (BVA) ausgestellt und ist ein rechtsverbindlicher Beweis Ihrer deutschen Staatsangehörigkeit. Das Verfahren ist gebührenpflichtig und dauert ca. zwei Jahre. Anträge können über die zuständigen deutschen Auslandsvertretungen eingereicht werden.

Um den Staatsangehörigkeitsausweis zu beantragen gehen Sie folgendermaßen vor:

1. Füllen Sie den Fragebogen aus und senden Sie ihn an die für Sie zuständige Auslandsvertretung:

Mit Bezug auf die Rückmeldung des Konsulatsbeamten, gehen Sie folgendermaßen vor:

2. Lesen Sie die Merkblätter:

3. Füllen Sie die für Sie zutreffenden Formulare vollständig aus:

4. Nachdem Sie alles beisammen haben, gehen Sie zu der für Sie zuständigen Auslandsvertretung. In Porto Alegre, Rio de Janeiro und Sao Paulo benötigen Sie hierfür einen Termin

Einbürgerung

Im März 2012 hat das Bundesministerium des Innern für folgende Personenkreise privilegierte Einbürgerungsmöglichkeiten geschaffen:

1. Personen, die vor dem 01.01.1975 als Kind einer deutschen Mutter und eines ausländischen Vaters ehelich geboren sind, deren Mutter am Tag der Geburt

  • im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit war
  • oder ihre deutsche Staatsangehörigkeit zuvor nach damals geltendem Recht durch Eheschließung mit einem Ausländer verloren hatte
  • oder ihre deutsche Staatsangehörigkeit schon vor der Heirat durch Ausbürgerung zwischen 1933 und 1945 verloren hatte.

oder

2. Personen, die vor dem 01.07.1993 als Kind eines deutschen Vaters und einer ausländischen Mutter unehelich geboren worden sind und deren Vater zum Zeitpunkt der Geburt

  • im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit war
  • oder einen Anspruch auf Einbürgerung nach Art. 116 II GG gehabt hätte
  • und
  • die Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft vor Vollendung des 23. Lebensjahres nach deutschen Gesetzen wirksam erfolgt war.

Unerheblich ist es, wenn frühere Einbürgerungsmöglichkeiten nicht genutzt wurden.

Die zuständige Behörde, das Bundesverwaltungsamt (BVA), hat Merkblätter zusammengestellt, die Ihnen einen Überblick über die Voraussetzungen für eine Einbürgerung geben. Dort finden Sie auch Informationen zu den mit dem Antrag vorzulegenden Unterlagen und zum Verfahrensablauf. Ein Rechtsanspruch auf Wiedereinbürgerung besteht nicht.

Für eine Einbürgerung gehen Sie folgendermaßen vor:

1. Lesen Sie die Merkblätter:

2 Füllen Sie das Formular vollständig aus:

3. Falls Sie einen Dritten beauftragen möchten Sie zu vertreten, füllen Sie folgende Vollmacht aus:

4. Nachdem Sie alles beisammen haben, gehen Sie zu der für Sie zuständigen Auslandsvertretung. In Porto Alegre, Rio de Janeiro und Sao Paulo benötigen Sie hierfür einen Termin

(Wieder-)Einbürgerung nach Artikel 116 Abs. 2 GG

Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30.01.1933 und dem 08.05.1945 die deutsche Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, können sich auf ihre deutsche Staatsangehörigkeit berufen. Das gleiche gilt auch für die Nachkommen dieses Personenkreises, wenn Sie ohne die damalige Ausbürgerung Deutsche geworden wären.

Die Staatsangehörigkeit ist immer dann aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden, wenn Sie entweder nach § 2 der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25.11.1941 automatisch verloren ging (dies traf auf alle deutschen Staatsangehörigen jüdischen Glaubens zu, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verordnung (27.11.1941) oder später ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hatten) oder nach dem Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit vom 14.07.1933 im Einzelfall entzogen wurde.

Falls Sie Nachfahre eines Deutschen sind, der die deutsche Staatsangehörigkeit auf diese Weise verloren hat, gehen Sie folgendermaßen vor:

1. Lesen Sie das Merkblatt:

2. Füllen Sie das Antragsformular vollständig aus:

3. Falls Sie einen Dritten beauftragen möchten Sie zu vertreten, füllen Sie folgende Vollmacht aus:

4. Nachdem Sie alles beisammen haben, gehen Sie zu der für Sie zuständigen Auslandsvertretung. In Porto Alegre, Rio de Janeiro und Sao Paulo benötigen Sie hierfür einen Termin

Wiedereinbürgerung ehemaliger Deutscher / Ermessenseinbürgerung

Die Wiedereinbürgerung ehemaliger Deutscher ist nach § 13 Staatsangehörigkeitsgesetz grundsätzlich möglich, wenn ein Interesse der Bundesrepublik Deutschland an der Einbürgerung besteht. Dies gilt auch dann, wenn sich der Wohnsitz der betreffenden Person im Ausland befindet.

Die zuständige Behörde, das Bundesverwaltungsamt (BVA), hat ein Merkblatt (s. rechts) zusammengestellt, das Ihnen einen Überblick über die Voraussetzungen für eine Einbürgerung gibt. Dort finden Sie auch Informationen zu den mit dem Antrag vorzulegenden Unterlagen und zum Verfahrensablauf. Ein Rechtsanspruch auf Wiedereinbürgerung besteht nicht.

Da nach dem deutschen Staatsangehörigkeitsrecht eine doppelte Staatsangehörigkeit zu vermeiden ist, müssen Einbürgerungsbewerber damit rechnen, dass sie ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben müssen. Gegebenenfalls sollten Sie die Gründe, die in Ihrem Fall dagegen sprechen, im Antrag detailliert benennen.

Für das Wiedereinbürgerungsverfahren ehemaliger Deutscher / Ermessenseinbürgerung, lesen Sie das Merkblatt und folgen den dort genannten Schritten.

Falls Sie einen Dritten beauftragen möchten, Sie zu vertreten, füllen Sie folgende Vollmacht aus:

Beibehaltung

Sie möchten die brasilianische Staatsangehörigkeit erwerben, ohne die deutsche dadurch zu verlieren? Der Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit auf Antrag führt grundsätzlich zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit (Ausnahme: der Erwerb einer anderen EU-Staatsangehörigkeit oder der Staatsangehörigkeit der Schweiz). Das können Sie nur verhindern, wenn Sie vor der Einbürgerung eine Beibehaltungsgenehmigung erhalten haben.

Diese muss beim Bundesverwaltungsamt beantragt und von dort genehmigt werden, bevor Sie die brasilianische Staatsangehörigkeit annehmen.

Für eine Beibehaltung gehen Sie folgendermaßen vor:

1. Lesen Sie das Merkblatt:

2. Füllen Sie das Antragsformular vollständig aus:

3. Falls Sie einen Dritten beauftragen möchten Sie zu vertreten, füllen Sie folgende Vollmacht aus:

4. Nachdem Sie alles beisammen haben, gehen Sie zu der für Sie zuständigen Auslandsvertretung. In Porto Alegre, Rio de Janeiro und Sao Paulo benötigen Sie hierfür einen Termin

Nichterwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für im Ausland geborene Kinder deutscher Eltern

§ 4 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. Satz 3 Staatsangehörigkeitsgesetz.

Bei Geburt im Ausland erwerben Kinder, deren deutsche Eltern oder deutscher Elternteil nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurde(n) und zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes ihren / seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben / hat, nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sie durch Geburt eine ausländische Staatsangehörigkeit erwerben.

Nur wenn die Eltern innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes beim zuständigen Standesamt in Deutschland oder bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung einen Antrag auf Beurkundung der Geburt des Kindes im Geburtenregister stellen, erwirbt das Kind rückwirkend zum Zeitpunkt seiner Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit.

Beispielfall:

Herr A wird von seiner Firma im Jahr 1999 nach Brasilien versetzt. Dort kommt am 01.02.2000 seine Tochter Klara auf die Welt. Die Familie kehrt nach einigen Jahren zurück nach Deutschland. Klara lernt im Jahr 2018 einen US-amerikanischen Staatsangehörigen kennen, mit dem sie in die USA zieht. Dort kommt am 01.01.2020 ihr Sohn zur Welt. Obwohl seine Mutter Deutsche ist, erwirbt das Kind nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, da es durch Geburt in den USA die US-amerikanische Staatsangehörigkeit erwirbt.

Damit das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, müssen Klara oder der Vater des Kindes beim zuständigen Standesamt in Deutschland oder der zuständigen deutschen Auslandsvertretung einen Antrag auf Beurkundung der Geburt ihres Kindes stellen. Wenn der Antrag fristgerecht und vollständig gestellt wird, kann dem Kind auf Antrag ein deutscher Pass ausgestellt werden.

Bitte beachten Sie: Von dieser Regelung können alle Deutschen (Expats und Auswanderer) betroffen sein, die selbst im Ausland geboren wurden und ein Kind im Ausland bekommen, unabhängig vom Grund und der Dauer ihres Auslandsaufenthaltes.

Ausführliche Informationen im Merkblatt:

Negativbescheinigung

Für eine Negativbescheinigung, gehen Sie folgendermaßen vor:

1. Lesen Sie das Merkblatt:

2. Füllen Sie das Antragsformular vollständig aus:

3. Nachdem Sie alles beisammen haben, gehen Sie zu der für Sie zuständigen Auslandsvertretung. In Porto Alegre, Rio de Janeiro und Sao Paulo benötigen Sie hierfür einen Termin