Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Leichtere Einbürgerung für Nachkommen von NS-Verfolgten durch Erlasse des BMI

04.05.2021 - Artikel

Leichtere Einbürgerung für Nachkommen von NS-Verfolgten durch Erlasse des BMI 

Durch zwei umfangreiche Erlassregelungen vom 30.08.2019 hat das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, im Ausland lebenden Nachkommen deutscher NS-Verfolgter, die keinen Anspruch auf Wiedergutmachung nach Art. 116 Abs. 2 des Grundgesetzes (GG) haben, die Möglichkeit einer erleichterten Einbürgerung eröffnet.

Begünstigter Personenkreis

Zum begünstigten Personenkreis (soweit kein Anspruch auf Einbürgerung nach Art. 116 Abs. 2 GG besteht) gehören

  • Kinder, deren deutscher Elternteil im Zusammenhang mit NS-Verfolgungsmaßnahmen die deutsche Staatsangehörigkeit durch Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit verloren hat
  • Kinder, deren verfolgungsbedingt emigrierte Mütter die deutsche Staatsangehörigkeit durch Eheschließung mit einem ausländischen Mann verloren haben,

sowie

  • deren Abkömmlinge bis zu dem zum 01. Januar 2000 eingefügten Generationenschnitt nach § 4 Abs. 4 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG).

Die Einbürgerung auf Grundlage der vorgenannten Kriterien setzt nicht die Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit voraus.

Ob Sie Ihre bisherige Staatsangehörigkeit behalten oder verlieren, hängt allein vom Recht des Staates ab, dessen Staatsangehörigkeit Sie aktuell besitzen. Bitte informieren Sie sich daher auch frühzeitig vor der Einbürgerung bei den zuständigen Behörden Ihres Herkunftsstaates. Zu ausländischen Gesetzen und Regelungen kann das Bundesverwaltungsamt nicht beraten. 

Bitte gehen Sie zwecks Antragstellung folgendermaßen vor: 

1. Füllen Sie bitte zwingend den Fragebogen am PC aus und senden Sie ihn per E-Mail an die für Sie zuständige Auslandsvertretung. 

Bitte beachten Sie:

Zur Prüfung sind vollständige Angaben erforderlich (also alle Geburts- und Eheschließungsdaten aller Antragsteller und Vorfahren, sowie genauer Abstammungshinweise (z.B. welches Kind gehört zu welchen Eltern?). Unvollständig ausgefüllte Fragebögen werden nicht geprüft, und zwecks Vervollständigung an die Antragsteller zurück gesendet.

    Neben dem ausgefüllten Fragebogen sind nur Staatsangehörigkeitsausweise bzw. Einbürgerungsurkunden von Familienmitgliedern beizufügen. Sonstige Unterlagen werden bei Bedarf separat angefordert.

    Eine „União Estavel“ wird in Deutschland nicht als Eheschließung anerkannt.

2. Lesen Sie das Merkblatt

3.Nach der Rückmeldung des Konsulatsbeamten bereiten Sie die erforderlichen  Unterlagen bitte gemäß des auf Sie zutreffenden  oben beigefügten Merkblatts vor. Die auszufüllenden Formulare finden Sie hier. Bitte füllen Sie die Formulare am PC aus. Als Sprache ist Deutsch zu verwenden.

Die auszufüllenden Formulare finden Sie hier. Bitte füllen Sie die Formulare am PC aus. Als Sprache ist Deutsch zu verwenden. Kinder unter 16 Jahren können im Formular des antragstellenden Elternteils erwähnt werden, und benötigen kein eigenes Antragsformular.

  • Brasilianische und andere ausländische Urkunden sind mit einer beglaubigten Übersetzung in das Deutsche vorzulegen (ausgenommen Reisepässe und Personalausweise). Listen mit den vereidigten Übersetzern finden Sie auf dieser Webseite .
  • Alle Antragsunterlagen sind entweder im Original oder in Form einer beglaubigten Kopie vorzulegen.
  • Zusätzlich ist eine einfache Kopie von jedem Dokument (auch den Formularen) beizufügen. Unterlagen, die nicht im Original bzw. in beglaubigter Kopie vorgelegt werden, können nicht angenommen werden. Die eingereichten Dokumente müssen NICHT mit der Haager Apostille versehen werden. Bitte sortieren Sie alle Unterlagen indem Sie alle Dokumente der Antragsteller und Vorfahren den jeweiligen Anträgen zuordnen.
  • Brasilianische und andere ausländische Urkunden sind mit einer beglaubigten Übersetzung ins Deutsche vorzulegen (ausgenommen Reisepässe und Personalausweise; weiterhin ausgenommen sind die englischsprachigen Urkunden). Die Übersetzungen sind entweder im Original oder in Form einer beglaubigten Kopie vorzulegen; weiterhin wird von jeder Übersetzung eine einfache Kopie benötigt. Urkunden und Übersetzungen sind miteinander zu verbinden. Urkunden, die in einer anderen als der portugiesischen Sprache vorliegen (z.B. in Spanisch, in Polnisch), können entweder direkt ins Deutsche, oder zunächst ins Portugiesische, und anschließend ins Deutsche übersetzt werden.

4. Nachdem Sie alle Dokumente und Formulare beisammen haben, buchen Sie bitte einen Termin bei der für Sie zuständigen Auslandsvertretung.

Hinweis für das Generalkonsulat Rio de Janeiro: Eine Terminbuchung über diese Webseite ist nicht möglich. Bitte wenden Sie sich zur Terminvereinbarung an rkinfo@rio.diplo.de.

Sie benötigen hierfür einen Online-Terminvergabe

Wichtig: Die Antragstellung muss zwingend über die für Sie zuständige Auslandsvertretung erfolgen. Eine direkte Übersendung der Unterlagen zum Bundesverwaltungsamt auf dem Postwege ist nicht möglich.

Die Vorsprache muss jeder Antragsteller persönlich wahrnehmen. Eine Vertretung durch einen Familienangehörigen bzw. einen Anwalt ist nicht möglich.


nach oben