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Neu: Erweiterte Einbürgerungsmöglichkeiten für Nachkommen von NS-Verfolgten

11.12.2019 - Artikel

Durch zwei umfangreiche Erlassregelungen vom 30.08.2019 hat das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat großzügige Einbürgerungsmöglichkeiten nach § 14 StAG für Abkömmlinge von NS-Verfolgten geschaffen, deren Vorfahren die deutsche Staatsangehörigkeit im Zusammenhang mit NS-Verfolgungsmaßnahmen verloren haben, die aber keinen Anspruch auf Wiedereinbürgerung nach Art. 116 Abs. 2 GG besitzen (Pressemitteilung des BMI).                           

Zum begünstigten Personenkreis gehören: 

- vor dem 01. April 1953 geborene eheliche Kinder zwangsausgebürgerter deutscher Mütter und ausländischer Väter,

- vor dem 01. Juli 1993 geborene nichteheliche Kinder zwangsausgebürgerter deutscher Väter und ausländischer Mütter,

- Kinder, unabhängig von ihrem Geburtsdatum, deren deutscher Elternteil im Zusammenhang mit NS-Verfolgungsmaßnahmen in der Zeit vom 30.01.1933 bis zum 08.05.1945 vor dem 26.02.1955 eine fremde Staatsangehörigkeit erworben und die deutsche Staatsangehörigkeit verloren hat:

  • Vater oder Mutter hatten im Zusammenhang mit nationalsozialistischen Verfolgungsmaßnahmen vor dem 26.02.1955 durch Annahme einer fremden Staatsangehörigkeit (Einbürgerung) die deutsche Staatsangehörigkeit verloren.
  • Die Mutter hatte durch Eheschließung mit einem Ausländer oder Staatenlosen die deutsche Staatsangehörigkeit vor dem 01.04.1953 verloren (§ 17 Nr. 6 RuStAG a.F.).

Die Einbürgerungsmöglichkeit steht auch den Abkömmlingen dieser Kinder bis zum sogenannten Generationenschnitt nach § 4 Absatz 4 StAG zu. 

Bitte berücksichtigen Sie diese Frist. Danach hat die erste nach dem 31.12.1999 im Ausland geborene Generation letztmalig die Möglichkeit zur erleichterten Einbürgerung. Deren minderjährige Kinder, die vor Ablauf der Übergangsfrist am 31.12.2020 geboren sind, können miteingebürgert werden, wenn der Einbürgerungsantrag vor dem 01.01.2021 gestellt wird.

Für diesen Personenkreis bestehen vereinfachte Einbürgerungsvoraussetzungen. Erforderlich sind einfache deutsche Sprachkenntnisse sowie Grundkenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie der Lebensverhältnisse in Deutschland.

Weitere Informationen können Sie der Webseite des Bundesverwaltungsamtes entnehmen.

Bitte gehen Sie zwecks Antragstellung  folgendermaßen vor:

1. Füllen Sie bitte zwingend den Fragebogen am PC aus und senden Sie ihn per E-Mail an die für Sie zuständige Auslandsvertretung:

Staatsangehörigkeitsfragebogen DOC / 74 KB

Tipp: Wo finde ich die Unterlagen meiner deutschen Vorfahren?

Bitte beachten Sie:

  • Zur Prüfung sind vollständige Angaben erforderlich (also alle Geburts- und Eheschließungsdaten aller Antragsteller und Vorfahren, sowie genauer Abstammungshinweise (z.B. welches Kind gehört zu welchen Eltern?). Unvollständig ausgefüllte Fragebögen werden nicht geprüft, und zwecks Vervollständigung an die Antragsteller zurück gesendet.
  • Neben dem ausgefüllten Fragebogen sind nur Staatsangehörigkeitsausweise bzw. Einbürgerungsurkunden von Familienmitgliedern beizufügen. Sonstige Unterlagen werden bei Bedarf separat angefordert.
  • Eine „União Estavel“ wird in Deutschland nicht als Eheschließung anerkannt. 

2. Lesen Sie das Merbklatt:

Merkblatt zur Einbürgerungsmöglichkeiten für Nachkommen von NS-Verfolgten PDF / 291 KB

3. Nach der Rückmeldung des Konsulatsbeamten bereiten Sie die erforderlichen  Unterlagen bitte gemäß des oben beigefügten Merkblatts vor.

Die auszufüllenden Formulare finden Sie hier. Bitte füllen Sie die Formulare am PC aus. Als Sprache ist Deutsch zu verwenden.

Formular EB (für Antragsteller ab 16 Jahre) PDF / 1 MB  

Formular EBK (für Antragsteller bis 16 Jahre) PDF / 327 KB

Anlage VA (Vorfahren) PDF / 420 KB

  • Brasilianische und andere ausländische Urkunden sind mit einer beglaubigten Übersetzung in das Deutsche vorzulegen (ausgenommen Reisepässe und Personalausweise). Listen mit den vereidigten Übersetzern finden Sie auf dieser Webseite unter dem Abschnitt der jeweiligen Auslandsvertretung. 
  • Alle Antragsunterlagen sind entweder im Original oder in Form einer beglaubigten Kopie vorzulegen. Zusätzlich ist eine einfache Kopie von jedem Dokument (auch den Formularen) beizufügen. Unterlagen, die nicht im Original bzw. in beglaubigter Kopie vorgelegt werden, können nicht angenommen werden. Die eingereichten Dokumente müssen NICHT mit der Haager Apostille versehen werden. Bitte sortieren Sie alle Unterlagen indem Sie alle Dokumente der Antragsteller und Vorfahren den jeweiligen Anträgen zuordnen. 
  • Brasilianische und andere ausländische Urkunden sind mit einer beglaubigten Übersetzung ins Deutsche vorzulegen (ausgenommen Reisepässe und Personalausweise; weiterhin ausgenommen sind die englischsprachigen Urkunden). Die Übersetzungen sind entweder im Original oder in Form einer beglaubigten Kopie vorzulegen; weiterhin wird von jeder Übersetzung eine einfache Kopie benötigt. Urkunden und Übersetzungen sind miteinander zu verbinden.  Listen mit den vereidigten Übersetzern finden Sie auf dieser Webseite unter dem Abschnitt der jeweiligen Auslandsvertretung. Urkunden, die in einer anderen als der portugiesischen Sprache vorliegen (z.B. in Spanisch, in Polnisch), können entweder direkt ins Deutsche, oder zunächst ins Portugiesische, und anschließend ins Deutsche übersetzt werden. 

4. Nachdem Sie alle Dokumente und Formulare beisammen haben, buchen Sie bitte einen Termin bei der für Sie zuständigen Auslandsvertretung.

Hinweis für das Generalkonsulat Rio de Janeiro: Eine Terminbuchung über diese Webseite ist nicht möglich. Bitte wenden Sie sich zur Terminvereinbarung an rkinfo@rio.diplo.de.

Sie benötigen hierfür einen Termin  

Wichtig: Die Antragstellung muss zwingend über die für Sie zuständige Auslandsvertretung erfolgen. Eine direkte Übersendung der Unterlagen zum Bundesverwaltungsamt auf dem Postwege ist nicht möglich.

Die Vorsprache muss jeder Antragsteller persönlich wahrnehmen. Eine Vertretung durch einen Familienangehörigen bzw. einen Anwalt ist nicht möglich.

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