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Einbürgerung von Kindern deutscher Eltern

03.06.2019 - Artikel

Im März 2012 hat das Bundesministerium des Innern für folgende Personenkreise privilegierte Einbürgerungsmöglichkeiten geschaffen:

1. Personen, die vor dem 01.01.1975 als Kind einer deutschen Mutter und eines ausländischen Vaters ehelich geboren sind, deren Mutter am Tag der Geburt

  • im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit war
  • oder ihre deutsche Staatsangehörigkeit zuvor nach damals geltendem Recht durch Eheschließung mit einem Ausländer verloren hatte
  • oder ihre deutsche Staatsangehörigkeit bereits vor der Heirat durch Ausbürgerung zwischen 1933 und 1945 verloren hatte.

oder

2. Personen, die vor dem 01.07.1993 als Kind eines deutschen Vaters und einer ausländischen Mutter unehelich geboren worden sind und deren Vater zum Zeitpunkt der Geburt

  • im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit war
  • oder einen Anspruch auf Einbürgerung nach Art. 116 II GG gehabt hätte

    und

  • die Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft vor Vollendung des 23. Lebensjahres nach deutschen Gesetzen wirksam erfolgt war.

Unerheblich ist es, wenn frühere Einbürgerungsmöglichkeiten nicht genutzt wurden.

Mit BMI Erlass vom 30.08.2019 wurde der Kreis der Einbürgerungsberechtigten auf die vor Inkrafttreten des Grundgesetzes am 24.05.1949 geborenen ehelichen Kinder deutscher Mütter und ausländischer Väter sowie nicht ehelichen Kinder deutscher Väter und ausländischer Mütter, die aufgrund des zum Zeitpunkt ihrer Geburt geltenden Staatsangehörigkeitsrechts nicht die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben, und ihre Abkömmlinge erweitert. Die nachzuweisenden Sprachkenntnisse wurden auf das Niveau B1 GER gesenkt. Bitte beachten Sie, dass diese Einbürgerungsmöglichkeit nur bis zum sogenannten Generationenschnitt nach § 4 Abs. 4 StAG besteht, das heißt, die erste nach dem 31.12.1999 im Ausland geborene Generation kann als letzte von dieser Einbürgerungsmöglichkeit Gebrauch machen.

Die zuständige Behörde, das Bundesverwaltungsamt (BVA), hat Merkblätter zusammengestellt, die Ihnen einen Überblick über die Voraussetzungen für eine Einbürgerung geben. Dort finden Sie auch Informationen zu den mit dem Antrag vorzulegenden Unterlagen und zum Verfahrensablauf. Ein Rechtsanspruch auf Wiedereinbürgerung besteht nicht.

Bitte gehen Sie zwecks Antragstellung  folgendermaßen vor:

1. Füllen Sie bitte zwingend den Fragebogen am PC aus und senden Sie ihn per E-Mail an die für Sie zuständige Auslandsvertretung.

Bitte beachten Sie:

  • Zur Prüfung sind vollständige Angaben erforderlich (also alle Geburts- und Eheschließungsdaten aller Antragsteller und Vorfahren, sowie genauer Abstammungshinweise (z.B. welches Kind gehört zu welchen Eltern?). Unvollständig ausgefüllte Fragebögen werden nicht geprüft, und zwecks Vervollständigung an die Antragsteller zurück gesendet. 
  • Neben dem ausgefüllten Fragebogen sind nur Staatsangehörigkeitsausweise bzw. Einbürgerungsurkunden von Familienmitgliedern beizufügen. Sonstige Unterlagen werden bei Bedarf separat angefordert. 
  • Eine „União Estavel“ wird in Deutschland nicht als Eheschließung anerkannt.

Staatsangehörigkeitsfragebogen DOC / 74 KB

Tipp:  Wo finde ich die Unterlagen meiner deutschen Vorfahren? 

2. Lesen Sie die Merkblätter:

3.Nach der Rückmeldung des Konsulatsbeamten bereiten Sie die erforderlichen  Unterlagen bitte gemäß des auf Sie zutreffenden  oben beigefügten Merkblatts vor. Die auszufüllenden Formulare finden Sie hier. Bitte füllen Sie die Formulare am PC aus. Als Sprache ist Deutsch zu verwenden.

  • Die auszufüllenden Formulare finden Sie hier. Bitte füllen Sie die Formulare am PC aus. Als Sprache ist Deutsch zu verwenden. Kinder unter 16 Jahren können im Formular des antragstellenden Elternteils erwähnt werden, und benötigen kein eigenes Antragsformular.

Formular EB (für Antragsteller ab 16 Jahre) PDF / 1 MB

Formular EBK (für Antragsteller bis 16 Jahre) PDF / 327 KB

Anlage VA (Vorfahren) PDF / 420 KB

  • Brasilianische und andere ausländische Urkunden sind mit einer beglaubigten Übersetzung in das Deutsche vorzulegen (ausgenommen Reisepässe und Personalausweise). Listen mit den vereidigten Übersetzern finden Sie auf dieser Webseite unter dem Abschnitt der jeweiligen Auslandsvertretung. 
  • Alle Antragsunterlagen sind entweder im Original oder in Form einer beglaubigten Kopie vorzulegen. Zusätzlich ist eine einfache Kopie von jedem Dokument (auch den Formularen) beizufügen. Unterlagen, die nicht im Original bzw. in beglaubigter Kopie vorgelegt werden, können nicht angenommen werden. Die eingereichten Dokumente müssen NICHT mit der Haager Apostille versehen werden. Bitte sortieren Sie alle Unterlagen indem Sie alle Dokumente der Antragsteller und Vorfahren den jeweiligen Anträgen zuordnen. 
  • Brasilianische und andere ausländische Urkunden sind mit einer beglaubigten Übersetzung ins Deutsche vorzulegen (ausgenommen Reisepässe und Personalausweise; weiterhin ausgenommen sind die englischsprachigen Urkunden). Die Übersetzungen sind entweder im Original oder in Form einer beglaubigten Kopie vorzulegen; weiterhin wird von jeder Übersetzung eine einfache Kopie benötigt. Urkunden und Übersetzungen sind miteinander zu verbinden. Urkunden, die in einer anderen als der portugiesischen Sprache vorliegen (z.B. in Spanisch, in Polnisch), können entweder direkt ins Deutsche, oder zunächst ins Portugiesische, und anschließend ins Deutsche übersetzt werden. Listen mit den vereidigten Übersetzern finden Sie hier

4. Nachdem Sie alle Dokumente und Formulare beisammen haben, buchen Sie bitte einen Termin bei der für Sie zuständigen Auslandsvertretung.

Hinweis für das Generalkonsulat Rio de Janeiro: Eine Terminbuchung über diese Webseite ist nicht möglich. Bitte wenden Sie sich zur Terminvereinbarung an rkinfo@rio.diplo.de.

Sie benötigen hierfür einen Termin

Wichtig: Die Antragstellung muss zwingend über die für Sie zuständige Auslandsvertretung erfolgen. Eine direkte Übersendung der Unterlagen zum Bundesverwaltungsamt auf dem Postwege ist nicht möglich.

Die Vorsprache muss jeder Antragsteller persönlich wahrnehmen. Eine Vertretung durch einen Familienangehörigen bzw. einen Anwalt ist nicht möglich.

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