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WICHTIG: Der Einreisestopp für Deutschland besteht fort!

Zettel mit Aufschrift Coronavirus: Kann / Darf ich noch reisen? vor Backdrop des Krisenstabes der Bundesregierung

Coronavirus: Kann / darf ich noch reisen?, © Auswärtiges Amt

10.09.2020 - Artikel

WICHTIG: Der Einreisestopp für Deutschland besteht fort!

Die Bundesregierung hat am Mittwoch, den 01.07.2020, beschlossen, die vom Rat der Europäischen Union am 30.06.2020 ausgesprochenen Empfehlungen zu Einreisebeschränkungen wie folgt für Deutschland umzusetzen:

Brasilien steht nicht auf der Positivliste der Staaten, aus denen man wieder uneingeschränkt nach Deutschland einreisen kann. Einreisebeschränkungen bestehen daher für Einreisende aus Brasilien grundsätzlich weiterhin fort. Die Positivliste wird regelmäßig überprüft und aktualisiert.


Folgender Personenkreis kann nach Deutschland einreisen, ohne dass ein besonderer Reisezweck vorliegen muss::

  • Deutsche Staatsangehörige sowie Staatsangehörige anderer EU-Staaten, Schengen-assoziierten Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) oder von Großbritannien;
  • Drittstaatsangehörige, die bereits Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in einem EU- oder Schengenstaat oder in Großbritannien haben, dürfen nach Deutschland einreisen. Die Ersteinreise aus Drittstaaten nach Deutschland ist hingegen (auch bei bereits vorhandenem D-Visum) nur möglich, wenn die Person entweder ihren bisherigen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einem Drittstaat hat, der auf der deutschen nationalen Positivliste steht, oder einen wichtigen Grund zur Einreise vorweisen kann.
  • drittstaatsangehörige Familienangehörige der Kernfamilie (Ehegatten, minderjährige Kinder, Eltern minderjähriger Kinder) der beiden o. g. Gruppen (urkundliche Nachweise über die familiären Beziehungen sind unbedingt mitzuführen; Je nach Art der familiären Beziehung kommen folgende Urkunden in Betracht: Eheurkunde, Lebenspartnerschaftsurkunde; Geburtsurkunde; Beglaubigter Auszug aus dem Familienbuch oder dem Personenstandsregister). Bitte beachten Sie, dass die brasilianische União Estável in Deutschland nicht anerkannt wird und diese auch nicht zur Einreise berechtigt.


Für verschiedene weitere Personengruppen ist die Einreise nach Deutschland zulässig, wenn ein besonderer Reisezweck vorliegt.


Aus familiären Gründen ist eine Einreise nach Deutschland für folgende Personengruppen zulässig:

  • Einreise zur Eheschließung ist möglich.

  • Besuchsreisen des drittstaatsangehörigen Partners zu seinem nicht verheirateten Partner in Deutschland. Der einladende Partner muss Deutscher, sonstiger EU-Staatsangehöriger, Staatsangehöriger Islands, Liechtensteins, Norwegens, der Schweiz oder Großbritanniens oder Drittstaatsangehöriger mit langfristigem Aufenthaltsrecht in Deutschland sein.
    • Voraussetzungen:
      • langfristige, d.h. auf Dauer angelegte Beziehung
      • mind. ein persönliches Treffen in Deutschland oder bis vor kurzem ein gemeinsamer Wohnsitz im Ausland
    • Folgende Unterlagen müssen vorgelegt werden:
      • Schriftliche Einladung der in Deutschland wohnhaften Person (nebst Kopie der Ausweispapiere)
      • Eine unterschriebene Erklärung beider Partner  zur Beziehung
      • Nachweise über persönliche Treffen, insbesondere anhand von Passstempeln bzw. Reiseunterlagen/ Flugtickets oder Nachweisen über einen gemeinsamen Wohnsitz im Ausland
      • Ergänzende Dokumentation durch Fotos, Soziale Medien, Brief- oder E-Mail-Korrespondenz ist möglich.
  • Bei schwerwiegendem persönlichen Grund:
    Besuchsreisen gemeinsam reisender unverheirateter Paare aus dem Ausland, (z.B. Geburt, Hochzeit, schwerwiegende Krankheit oder Beisetzung naher Angehöriger des Partners mit Bezug zum Bundesgebiet). Der wichtige Grund, der die gemeinsame Einreise beider Partner nach DEU erfordert, muss schriftlich dargelegt werden. Einer der Partner muss Deutscher oder sonstiger EU-Staatsangehöriger oder Staatsangehöriger Islands, Liechtensteins, Norwegens, der Schweiz oder Großbritanniens sein. Zur Vorlage weiterer Unterlagen s.o.

  • Drittstaatsangehörige Verwandte 1. und 2. Grades, die nicht zur Kernfamilie gehören (d.h. volljährige Kinder, Eltern volljähriger Kinder, Geschwister und Großeltern), der beiden o.g. Gruppen dürfen grundsätzlich nicht zu lediglich vorübergehenden familiären Besuchsreisen einreisen. Eine Ausnahme gilt nur bei Vorliegen eines zwingenden familiären Grundes; Dieser liegt in den folgenden Fällen bzw. bei folgenden Anlässen vor:

    • Geburten
    • Hochzeiten
    • Todesfälle/Beerdigungen
    • besondere Ausnahmefälle, in denen ein zwingender familiärer Grund vorliegt (z.B. schwere Erkrankung eines Verwandten 1. und 2. Grades, der deswegen zwingend auf Unterstützung angewiesen ist).

Reisende werden gebeten, für das Vorliegen eines zwingenden familiären Grundes zur Einreise entsprechende Nachweise mitzuführen, aus denen sich die Notwendigkeit des Grenzübertritts ergibt. In Zweifelsfällen klären Sie direkt mit der Bundespolizei und Fluggesellschaft ab, welche Nachweise dort anerkannt werden.

Eine eventuelle Visumpflicht für nicht brasilianische Partner und Familienangehörige bleibt in allen Fällen der Einreise aus familiären Gründen bestehen.


Aus beruflichen Gründen ist eine Einreise nach Deutschland für folgende Personengruppen zulässig:

  • ausländische Fachkräfte und hoch qualifizierte Arbeitnehmer, deren Beschäftigung aus wirtschaftlicher Sicht notwendig ist und deren Arbeit nicht aufgeschoben oder im Ausland ausgeführt werden kann;
  • Gesundheitspersonal, Gesundheitsforscher und Altenpflegepersonal
  • Forscher - auch hier müssen Belege vorgelegt werden, dass Tätigkeit wirtschaftlich erforderlich ist.
  • Profisportler
  • Geschäftsreisende mit dringenden Anliegen; Voraussetzung ist Nachweis des Ausnahmegrundes für dringende Geschäftsreisen gegenüber Fluggesellschaft und Grenzbeamten. Geprüft wird, ob die Einreise auch unter Berücksichtigung der Pandemiesituation aus wirtschaftlicher Sicht unbedingt erforderlich ist und die Arbeit unter keinen Umständen zeitlich verschoben oder aus dem Ausland verrichtet werden kann (Belege sind mitzuführen und bei der Grenzkontrolle vorzulegen);
  • Spezialisten für Aufbau/Installation von Maschinen („Montage“) (Aufenthalte bis zu 90 Tagen innerhalb von zwölf Monaten);
  • Diplomaten, Personal internationaler Organisationen, militärisches Personal und humanitäre Helfer in Ausübung ihrer Tätigkeit.


Zu Studien- bzw. Ausbildungszwecken ist eine Einreise nach Deutschland für folgende Personengruppen zulässig :

  • ausländische Studierende mit Studienzulassung in Deutschland, deren Studium nicht vollständig vom Ausland aus durchgeführt werden kann sowie zu studienvorbereitenden Sprachkursen (Bescheinigung der Hochschule erforderlich, die auch bei der Grenzkontrolle vorzulegen ist);

  • Maßnahmen zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen;

  • Auszubildende mit Bestätigung des Ausbildungsträgers, dass die Anwesenheit trotz der derzeitigen coronabedingten Situation (Präsenz und nicht nur online) erforderlich ist.

  • Schüler, die zum längerfristigen (mind. 6 Monate) Besuch eines Internats einreisen. Auch der Besuch eines vorgeschalteten Sprachkurses ist zulässig, wenn bei Visumbeantragung bereits die Zulassung des Internats zum Schulbesuch vorliegt. Bei Einreise ist nachzuweisen, dass es sich bei der zu besuchenden Schule um ein Internat und dass es sich um einen längerfristigen Schulbesuch handelt.


Aus sonstigen Gründen ist eine Einreise für folgende Personengruppen zulässig:

  • Personen, die aus anderen humanitären Gründen einreisen können (insbesondere: zwingende medizinische Gründe). Entsprechende schriftliche Bestätigungen der in Deutschland aufnehmenden medizinischen Einrichtung sind vorzulegen. Bei Vorliegen zwingender medizinischer Gründe können außerdem bis zu zwei erforderliche Begleitpersonen mitreisen. Zwingende medizinische Gründe fallen unter diese Ausnahmekategorie. Sie liegen vor, wenn
    1. die Behandlung nur in Deutschland oder jedenfalls nicht im Herkunftsland  ausgeführt werden kann oder die Behandlung in Deutschland begonnen wurde und nun fortgesetzt werden soll; und
    2. wenn ohne die Behandlung das Leben bedroht ist oder bei Nichtbehandlung erhebliche bleibende Schäden zu befürchten sind.
  • Transitpassagiere (auch solche, die durch konsularische Hilfe ins Heimatland zurückgeführt werden), die den internationalen Transitbereich des deutschen Flughafens nicht verlassen. Der Weiterflug in das Zielland sollte in der Regel am gleichen Tag bzw. spätestens am nächsten Tag erfolgen. Das Reisegepäck muss bereits am Abflugort bis zum Zielland durchgecheckt werden, da eine Entgegennahme des Reisegepäcks sowie ein erneutes Check-In am deutschen Flughafen nicht möglich sind, ohne den internationalen Transitbereich zu verlassen. Folgende Staatsangehörige benötigen ein Flughafentransitvisum, welches vorab bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung zu beantragen ist.


In folgenden Fällen können möglicherweise Ausnahmegenehmigungen für die Einreise erteilt werden - nehmen Sie hierzu Kontakt zur zuständigen Auslandsvertretung auf:

  • Künstler und Journalisten
  • Beschäftigte der Medien-/ Filmbranche


!!! ACHTUNG !!! Folgende Aufenthaltszwecke für Reisende aus Brasilien berechtigen weiterhin NICHT zur Einreise:

  • Arbeitsplatzsuche;
  • Au-Pair;
  • Freiberufler;
  • Freiwilligendienst;
  • Isolierte Sprachkurse;
  • (studienbegleitende) Praktika;
  • Schüleraustausch;
  • Working Holiday Programm.


!!! WICHTIGER HINWEIS für brasilianische Staatsangehörige:
Gemäß §41 Abs. 2 AufenthV können brasilianische Staatsangehörige auch für einen Aufenthalt über 90 Tage visumfrei in das Bundesgebiet einreisen und sich darin aufhalten, es sei denn sie wollen eine Erwerbstätigkeit ausüben.
Daher führen Sie bitte bei Kurzaufenthalten sowie bei Einreise zum Zweck des Familiennachzugs (umfasst auch zwingende familiäre Gründe sowie Eheschließung) und des Studiums entsprechende Nachweise unbedingt bei sich. In Zweifelsfällen klären Sie direkt mit der Bundespolizei und Fluggesellschaft ab, welche Nachweise dort anerkannt werden. Den für den Familiennachzug sowie das Studium in Deutschland erforderlichen Aufenthaltstitel müssen Sie innerhalb von 90 Tagen nach Reise bei der Ausländerbehörde in Deutschland beantragen.


Quarantänemaßnahmen

Wer ab Samstag, dem 08.08.2020 aus Brasilien einreist und sich in den 14 Tagen vor der Einreise in Brasilien aufgehalten hat, muss entweder ein negatives Testergebnis auf SARS-CoV-2 nachweisen oder nach der Einreise einen Test machen. Der Nachweis eines negativen Tests muss durch ein ärztliches Zeugnis, das in englischer oder deutscher Sprache ausstellt ist, erbracht werden. In Brasilien durchgeführte molekularbiologische Tests (PCR-Tests) auf SARS-CoV-2 werden in Deutschland seit dem 4.9.2020 anerkannt. Der Test auf Vorliegen einer Infektion darf höchstens 48 Stunden vor Einreise erfolgt sein Einreisende aus Brasilien können sich aber – soweit dies möglich ist – weiterhin bei Einreise am Flughafen und an den Häfen testen lassen.

Jeder, der sich in den 14 Tagen vor der Einreise in Brasilien aufgehalten hat, muss sich bei der zuständigen Gesundheitsbehörde melden und die Aufenthaltsadresse angeben. Die konkrete Umsetzung erfolgt durch die Bundesländer. Erkundigen Sie sich daher bitte unbedingt auf der Internetseite des Bundeslandes, in das Sie einreisen oder Ihren Wohnsitz haben bzw. untergebracht sein werden, wie die Quarantäneregelung dort konkret aussieht.

Weitere Informationen finden auch auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit.

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